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Lambert – Sweet Apocalypse

Klavier in Perfektion, Lambert’s neues Album Sweet Apocalypse zeigt, warum er aus meiner Musikbibliothek nicht mehr weg zu denken ist. Es ist beruhigend, besänftigend, erdrückend und von minimalistischer Schönheit.

Foto von Andreas Hornoff Fotografie

Der Herr hinter der Figur Lambert ist geheim, er lebt in Berlin und wird um die 33 Jahre alt sein. Bekannt wurde der ausgebildete Jazzpianist mit seinen Re-Works von bekannten Künstlern, wie Bonaparte, Tocotronic oder Boy. Live und in der Öffentlichkeit zeigt er sich nur mit einer sardischen Stiermaske, die wirkt beängstigend, geheimnisvoll. Sido hat es vorgemacht! Sein erstes Album wurde von keinem geringerem als Nils Frahm gemischt und gemastert. Man munkelte zwischenzeitlich sogar, Nils Frahm habe sich einfach eine neue Identität zugelegt, dem ist aber natürlich nicht so. Lambert ist ein Tüftler, der seine Zeit gebraucht hat, um zu verstehen, dass man auch mit Oma’s Klavier einen tollen Sound erzeugen kann. Einen den wahrscheinlich noch niemand so gehört hat.

Präpariert also erstmal Oma’s altes Klavier

Rein instrumentelle Musik ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber so federleicht, wie Lambert seine Hände über den Klimperkasten streifen lässt, der vergisst schnell, dass es sich hier um ein Pianoalbum handelt. Klar ist es ein wenig kitschig, romantisch, aber es berührt die Seele und das soll Musik ja tun, oder? Es ist die schlichte Schönheit seiner Melodien und Rythmen, die mich gefangen haben und nicht mehr loslassen. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre das Album ein einziges langes Konzert, bei dem er die Hände nicht still halten kann. Ich dagegen starre einfach nur an die Decke und sauge die Zeit in mich auf. Ein großartiges und beruhigendes Gefühl.

Warum ich dieses Album empfehle?
Weil das Klavier das schönste Instrument der Welt ist.

Mit wem kann man Lambert vergleichen?
Ich würde sagen mit Yann Tiersen, Nils Frahm und natürlich Chilly Gonzales, dem Solopianopapst.

Lieblingslied auf dem Album?
Sweet Apocalypse